
19. August 2025 | Be prepared to be amazed.
Memo an mich selbst
"Be prepared to be amazed."
Was ich damit sagen will
Gute Gespräche beginnen mit guten Fragen.
Und gute Fragen sind meist offen – also solche, auf die man nicht einfach mit Ja oder Nein antworten kann.
Wenn du deinem Gegenüber eine offene Frage stellst, signalisierst du: Ich will wirklich hören, was du zu erzählen hast.
Und wenn du dabei nicht nur auf eine bestimmte Antwort hoffst, sondern dich wirklich überraschen lässt – dann passiert oft etwas Magisches.
💡 Ein nachwirkender TED Talk
Die heutige Memo an mich selbst „be prepared to be amazed” kommt aus dem TED Talk „10 Ways to Have a Better Conversation“ von Celeste Headlee.
Über 31 Millionen Views zeigen, wie wertvoll ihr Vortrag ist. Innerhalb von knapp 11 Minuten berichtet Celeste sehr humorvoll und basierend auf ihrer Erfahrung als Journalistin und Radio-Moderatorin, wie sie an Gespräche herangeht.
Neugierig geworden?
👉 Hier geht’s zum Video: TED Talk ansehen
📌 Ein Beispiel
Alice fragt Bob beim Mittagessen:
„War dein Tag bisher gut?“
Bobs knappe Antwort: „Ja, ganz okay.“
Gespräch vorbei.
Oder aber Alice fragt stattdessen:
„Was war heute Vormittag dein Highlight – oder dein größter Zeitfresser?“
Bob denkt kurz nach, lächelt – und ein richtiges Gespräch beginnt.
*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.
Challenge accepted!
Diese Woche stelle ich bewusst offene Fragen – solche, die mit Was, Wie oder Worauf beginnen.
Und dann höre ich zu und lasse mich überraschen.
Brigittes Randnotizen
Hallo,
heute mal ein Einblick in einen meiner „Forschungsbereiche” – Urlaubsreisen:
Ende Juli haben mein Partner und ich ein Kommunikations-Experiment der besonderen Art gestartet: eine Woche lang zusammenleben auf engstem Raum. Unsere „Ferienwohnung” war ein Hausboot – drei Meter breit und knapp über neun Meter lang. Da steht man sich zwangsläufig öfter mal im Weg. Was geholfen hat? Viel miteinander reden, eine klare Aufgabenverteilung und eine große Portion Gelassenheit.
Vor jedem Manöver – Anlegen, Ablegen oder Schleusen – haben wir uns kurz abgesprochen und eine passende Strategie festgelegt. Spätestens nach der dritten Schleuse waren wir ein eingespieltes Team: Jeder wusste genau, was wann zu tun ist.
Von Anfang an war außerdem klar, dass ich das Steuer übernehme und mein Partner sich um die Leinen kümmert und uns bei Bedarf vom Ufer oder von Schleusenwänden abstößt. Diese Rollenverteilung war nicht nur praktisch – er ist kräftiger und zudem geübter im Umgang mit Seemannsknoten –, sondern erwies sich auch als sehr effektiv.
Interessanterweise waren wir damit eine totale Ausnahme. Hilfe brauchten wir in unserer Konstellation nie – im Gegenteil, wir haben oft anderen Besatzungen geholfen, vor allem dankbaren weiblichen Crewmitgliedern, die mit den Leinen zu kämpfen hatten.
Apropos Schleusen: Dabei ist es wichtig, sich nicht nur im eigenen Team abzustimmen, sondern sich auch mit fremden Hobby-Kapitänen zu koordinieren. Genau von so einer Situation erzähle ich dir in der nächsten Mail.
Kommunikative Grüße und bis nächste Woche,
Brigitte
