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16. September 2025 | Nicht ich gegen dich, sondern wir gegen das Problem.

September 16, 20252 min read

Memo an mich selbst

"Nicht ich gegen dich, sondern wir gegen das Problem."


Was ich damit sagen will

In Konflikten denken wir oft: Ich gegen dich. Du gegen mich.

Dabei übersehen wir, dass wir meistens nicht auf unterschiedlichen Seiten stehen – sondern einfach nur unterschiedliche Blickwinkel haben.

Das verändert alles.
Denn wenn wir die Haltung wechseln von
Ich muss mich durchsetzen zu Lass uns das Problem gemeinsam lösen, entsteht eine ganz andere Gesprächsdynamik.

Widerstand wird zu Mitdenken. Fronten werden zu Sichtweisen. Und das Gegeneinander wird zu Zusammenarbeit.

👉 Ein hilfreicher Perspektivwechsel

Hinter vielen Meinungsverschiedenheiten steckt keine persönliche Feindseligkeit, sondern ein Zielkonflikt.
Nicht
deine Art nervt – sondern deine Zielsetzung steht im Widerspruch mit meiner.

Je früher wir das erkennen, desto leichter fällt es uns, sachlich zu bleiben.
Und gemeinsam an der Lösung zu arbeiten, statt uns gegenseitig zu blockieren.

📌 Ein Beispiel

Alice und Bob* arbeiten im selben Projekt – Alice im Kundenservice, Bob im Bereich Softwareentwicklung.

Die beiden geraten immer wieder aneinander:

  • Alice will schnelle Lösungen für die technischen Probleme einzelner Kunden.

  • Bob will durchdachte und nachhaltige Lösungen, die allen Kunden zugutekommen.

Beide fühlen sich vom anderen ausgebremst – und sind entsprechend genervt.

Doch dann sagt Alice in einem Meeting:
„Ich glaube, wir haben dasselbe Ziel: zufriedene Kunden. Nur unsere Herangehensweise ist unterschiedlich. Vielleicht finden wir einen Weg, wie wir unseren Kunden schnell helfen können, ohne dabei immer wieder neue Sonderlocken ins System einzubauen.“

Bob nickt zustimmend und signalisiert Bereitschaft für einen gemeinsam zu erarbeitenden Kompromiss.

*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.


Challenge accepted!

Wenn ich diese Woche in einem Konflikt stecke, frage ich mich:

  • Was wäre, wenn es kein persönlicher Angriff ist – sondern ein Zielkonflikt?

  • Was wäre, wenn ich mein Gegenüber nicht bekämpfen muss, sondern wir gemeinsam ein Problem lösen dürfen?


Brigittes Randnotizen

Im beruflichen Alltag kommt es oft zu Spannungen, die wir intuitiv persönlich nehmen. Doch viele Konflikte entstehen nicht zwischen zwei Menschen, sondern zwischen zwei Rollen.

Im obigen Beispiel verfolgen Alice und Bob grundsätzlich dasselbe Ziel – haben aber, bedingt durch ihre jeweilige Position, völlig unterschiedliche Herangehensweisen.

Dass es kracht, liegt also nicht an den Personen, sondern daran, dass ihre Rollen unterschiedliche Aufgaben, Interessen und Vorgaben mit sich bringen.
Das heißt: Selbst wenn andere Menschen diese Rollen übernehmen würden, käme es höchstwahrscheinlich zu denselben Konflikten.

Was hilft?
Sich bewusst zu machen:
Ich streite nicht mit dir als Person – sondern ich vertrete eine Funktion. Und du auch.
Wenn wir das klar benennen und zusammen nach einem tragfähigen Kompromiss suchen, arbeiten wir nicht mehr gegeneinander, sondern gemeinsam für das große Ganze.

Kommunikative Grüße und bis nächste Woche,
Brigitte

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