
27. Januar 2026 | Kommuniziere präzise.
Memo an mich selbst
"Kommuniziere präzise."
Was ich damit sagen will
Manchmal sagen wir etwas und schwächen es im selben Moment wieder ab.
Nicht durch den Inhalt. Sondern durch kleine Füllwörter, die sich fast unbemerkt einschleichen.
Sie wirken harmlos.
Tun aber einiges mit dem, was du sagen willst.
Denn statt Klarheit zu schaffen, öffnen sie gedanklich Hintertüren.
Sie machen Aussagen weicher, unverbindlicher oder zögerlicher, als sie gemeint sind.
Und genau das kommt bei deinem Gegenüber an.
💡 Weniger Worte – mehr Klarheit
Als Beispiel:
Eigentlich klingt oft so, als würdest du gleich zurückrudern.
Als wärst du dir selbst nicht ganz sicher.
Normalerweise stellt eine Regel auf – mit eingebauter Ausnahme.
Und nimmt deiner Aussage damit Verbindlichkeit.
Ein einfacher Test hilft:
Streich das Wort und prüfe, ob der Satz noch Sinn ergibt.
Wenn ja, war es überflüssig.
Wenn nein, formuliere die Einschränkung bewusst und konkret aus.
Denn Präzision heißt nicht, härter zu sprechen – sondern klarer.
📌 Ein Beispiel
Alice trifft ihren Kollegen Bob* vormittags in der Kaffeeküche.
Nach ein paar Minuten Small Talk sagt Bob:
„So, ich muss dann mal wieder an die Arbeit.“
Alice sagt:
„Warte, ich wollte eigentlich noch fragen, ob wir uns heute kurz wegen der Präsentation zusammensetzen können.“
Sie hält kurz inne und korrigiert sich:
„Streich das eigentlich. Die Präsentation ist wichtig. Das kann höchstens noch bis morgen warten.“
Bob nickt:
„Dann lass uns direkt einen Termin für heute Nachmittag oder morgen Früh vereinbaren.“
*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.
Challenge accepted!
In den nächsten zwei Wochen achte ich bewusst auf meine Wortwahl:
👉 Wo benutze ich Wörter, die meine Aussage abschwächen?
👉 Was passiert, wenn ich sie weglasse oder ersetze?
Brigittes Randnotizen
Es gibt tatsächlich Sätze, da streichst du das Wort eigentlich und sie werden trotzdem nicht klarer.
Zum Beispiel:
„Deine Idee ist eigentlich gar nicht so schlecht.“
Egal ob mit oder ohne Füllwort – für mich klingt das nach:
„Gut war sie nicht. Aber es hätte schlimmer sein können.“
Ich weiß, dass mein Gegenüber damit meist eher ein Lob aussprechen wollte als versteckte Kritik zu üben.
Und vermutlich ist ihm oder ihr gar nicht bewusst, wie viel innere Haltung in dieser Formulierung mitschwingt.
Deshalb lieber sagen, wie es gemeint ist:
„Gute Idee.“
Oder – wenn es so ist:
„Die Idee finde ich nicht gut.“
Klar. Direkt. Ohne Relativierung.
Kommunikative Grüße und bis übernächste Woche,
Brigitte
