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10. Februar 2026 | Habe ich das wirklich richtig verstanden?

February 10, 20262 min read

Memo an mich selbst

"Habe ich das wirklich richtig verstanden?"


Was ich damit sagen will

Es gibt Aussagen, die dir intuitiv komisch vorkommen.
Bei denen du ahnst oder zumindest hoffst, dass sie nicht so gemeint waren.

Genau hier kann eine einfache Klarstellung viel bewirken:
„Das ist das, was bei mir angekommen ist. Habe ich dich richtig verstanden?”

Damit unterstellst du nichts.
Du überprüfst lediglich deine eigene Wahrnehmung.

💡 Nachhaken schafft Klarheit

Nachzufragen hat einen schlechten Ruf.
Viele befürchten, sie könnten nervig wirken oder kleinlich.

Dabei ist das Gegenteil der Fall:

Wer nachhakt, zeigt Interesse.
Am Gegenüber. Am Miteinander. An der Zusammenarbeit.
Und daran, Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen.

Eine hilfreiche Formulierung kann zum Beispiel sein:
„Nur um sicherzugehen, dass ich das richtig verstanden habe: Ich habe Folgendes gehört …”

📌 Ein Beispiel

Alice ist Bobs* Vorgesetzte. Sie gibt ihm folgenden Arbeitsauftrag:
„Die Präsentation für nächste Woche muss nochmal überarbeitet werden. Die Zahlen passen überhaupt nicht zu der Geschichte, die ich erzählen möchte. Kannst du das bitte übernehmen?”

Bob antwortet:
„Ich wiederhole mal in meinen Worten, was ich verstanden habe: Ich soll die komplette Präsentation prüfen und so überarbeiten, dass es einen klaren roten Faden gibt.”

Alice ist überrascht:
„Oh! Nein, so meinte ich das nicht. Es geht nur um die eine Folie mit den Unternehmenszahlen. Ich hätte sie gerne nach Jahreszahlen aufgeschlüsselt, damit ich unser erfolgreiches Wachstum erklären kann.”

*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.


Challenge accepted!

In den nächsten zwei Wochen achte ich bewusster darauf, was jemand sagen will – unabhängig davon, wie es formuliert ist.

Und wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich mich verhört habe, spiegle ich meine Wahrnehmung, statt vorschnell zu interpretieren.


Brigittes Randnotizen

Hin und wieder erreichen mich Nachrichten, in denen Leser:innen von kommunikativen Herausforderungen berichten.

Passend zum heutigen Thema wurde mir folgende Frage gestellt:

„Wie geht man mit hartnäckigen Fällen um? Wie gehe ich aus schwierigen Situationen elegant heraus? Zum Beispiel, wenn mein Gegenüber nicht an Ich-Botschaften interessiert ist oder auf Hinweise zum netteren Umgang miteinander mit: ‘Ich weiß gar nicht, was du meinst’, reagiert.”

Hier hilft eine Klarstellung auf der Meta-Ebene:
„Was bei mir gerade angekommen ist: Dir ist ein gutes Miteinander zwischen uns nicht besonders wichtig – und es ist dir egal, wie ich mich gerade fühle. Habe ich das richtig verstanden?“

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder mein Gegenüber lenkt ein.
Oder er/sie bestätigt genau das.

Und falls Letzteres passiert, sage ich ruhig:
„Danke für die Klarheit. Das ist eine wichtige Information für mich.“

Dann beende ich das Gespräch – ohne weitere Erläuterung.

Denn auch das ist Kommunikation:
Zu wissen, wann Schweigen wirkungsvoller ist als Worte.

Kommunikative Grüße und bis übernächste Woche,
Brigitte

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