
10. März 2026 | Kommuniziere proaktiv.
Memo an mich selbst
"Kommuniziere proaktiv."
Was ich damit sagen will
Proaktiv zu kommunizieren bedeutet, nicht abzuwarten, bis andere den ersten Schritt machen.
Nicht darauf zu hoffen, gesehen, gefragt oder gehört zu werden.
Sondern selbst zu benennen, was wichtig ist.
Was man möchte.
Und wofür man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.
Gerade im beruflichen Kontext macht das einen Unterschied:
Wer wartet, wird oft übersehen.
Wer proaktiv kommuniziert, wird wahrgenommen.
Nicht, weil man lauter ist –
sondern weil man sichtbar wird.
💡 Proaktiv heißt nicht aufdringlich
Viele Menschen – besonders Frauen – haben Sorge, aufdringlich zu wirken, wenn sie proaktiv kommunizieren.
Dabei geht es nicht darum, sich in den Vordergrund zu drängen.
Sondern darum, sich überhaupt zu zeigen.
Proaktiv zu sein heißt:
ein Gespräch anzustoßen, statt darauf zu warten.
ein Anliegen zu benennen, bevor Frust entsteht.
Verantwortungsübernahme anzubieten, statt sie dem Zufall zu überlassen.
Klarheit ist kein Egoismus.
Sie ist eine Einladung zur Zusammenarbeit.
📌 Ein Beispiel
Alice, Bob* und ein paar weitere Kollegen starten ein neues Projekt.
Alice brennt für das Thema Qualitätsmanagement – sagt es aber im entscheidenden Moment nicht.
Die anderen sollten doch eigentlich wissen, dass das ihr Thema ist.
Als die Verantwortungsbereiche verteilt werden, bekommt sie ein anderes Aufgabenfeld.
Nach dem Meeting denkt Alice:
„Oh man, ich hätte direkt sagen sollen, dass ich den Lead für den Bereich Qualitätsmanagement übernehmen möchte.“
Beim nächsten Projekt macht sie es anders.
Sie sagt frühzeitig:
„Mir ist das Thema Qualitätsmanagement wichtig. Ich würde das gern federführend übernehmen – passt das für euch?“
Bob nickt:
„Okay, dann lass uns das so festhalten.“
Alice wird nicht lauter.
Aber sie wird klarer.
*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.
Challenge accepted!
In den nächsten zwei Wochen beobachte ich, wo ich noch abwarte, obwohl ich etwas sagen könnte:
👉 Wo wäre es hilfreich, proaktiv zu kommunizieren?
👉 Was kann ich frühzeitig ansprechen, statt es mit mir herumzutragen?
Brigittes Randnotizen
Am 8. März war Weltfrauentag.
Das möchte ich zum Anlass nehmen, um über Frauen und Kommunikation zu sprechen.
Viele Mädchen lernen früh, lieb, nett und rücksichtsvoll zu sein.
Empathie und Anpassungsfähigkeit werden belohnt.
Sich in den Vordergrund zu stellen eher nicht.
Kein Wunder also, dass es vielen Frauen im Erwachsenenleben schwerfällt,
sich klar zu positionieren,
Grenzen zu setzen
oder für eigene Anliegen einzustehen – ohne sich dafür zu rechtfertigen.
In der Arbeitswelt wird diese Dynamik besonders sichtbar:
Frauen, die zu leise sind, werden übersehen.
Frauen, die zu laut sind, werden kritisch beäugt.
Diese Gratwanderung ist anstrengend.
Und sie ist kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem.
Umso wichtiger ist es, dass wir Frauen das kommunikative Handwerkszeug sehr bewusst nutzen.
Proaktiv. Klar. Und ohne schlechtes Gewissen.
Kommunikative Grüße und bis übernächste Woche,
Brigitte
