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28. Juli 2026 | Sag ganz klar, was du brauchst.

July 28, 20263 min read

Memo an mich selbst

"Sag ganz klar, was du brauchst."


Was ich damit sagen will

Stell dir vor, du schreibst auf deinen Weihnachtswunschzettel: „ein Handy".

Der Weihnachtsmann bringt dir eines.
Es ist schwarz. Du wolltest Weiß.
Es hat 128 GB. Du brauchst 256.
Und die Kamera? Naja.

Wessen Schuld ist das?

Zugegeben – ein etwas überspitztes Beispiel.
Aber genau das passiert im Alltag ständig.

Wir äußern Wünsche und Bedürfnisse – nur eben nicht klar genug.
Und wundern uns dann, wenn das Ergebnis nicht passt.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: „Warum hat mein Gegenüber mich falsch verstanden?"
Sondern:
„Habe ich wirklich klar gesagt, was ich brauche?"

💡 Niemand kann Gedanken lesen

Kommunikation funktioniert wie eine Schnittstelle zwischen zwei Menschen:

Ich teile mit, was ich brauche.
Du versuchst zu verstehen, was ich meine – und reagierst darauf.

Wenn mein Input allerdings zu vage ist, kann dein Output nicht präzise sein – niemand kann Gedanken lesen.

Das klingt simpel und doch vergessen wir es immer wieder.

📌 Ein Beispiel

Alice hatte einen langen, anstrengenden Tag und braucht dringend jemanden, der ihr zuhört.
Also erzählt sie Bob* von der belastenden Situation auf der Arbeit.

Bob hört kurz zu – und wechselt sofort in den Lösungsmodus:
„Hast du schon versucht, mit deiner Chefin zu reden?"
„Du könntest auch einfach …"
„Also, ich an deiner Stelle würde …"

Alice wird immer stiller.
Innerlich immer gereizter.

Bob merkt, dass irgendetwas nicht stimmt – versteht aber nicht, was.

Beim nächsten Mal macht Alice es anders.

Noch bevor sie anfängt zu erzählen, sagt sie:
„Es gibt da etwas auf der Arbeit, das mich gerade sehr beschäftigt. Es hilft mir, wenn ich einfach mal darüber reden kann. Ich brauche keine Lösung und keinen Ratschlag – bitte hör mir einfach nur zu."

Bob nickt und hört aufmerksam zu.

Das war alles, was sie brauchte.
Und alles, was sie dafür tun musste: es aussprechen.

*Wer Alice und Bob sind, kannst du hier nachlesen.


Challenge accepted!

In den nächsten zwei Wochen beobachte ich bewusst:

👉 Wo deute ich es nur an, statt klar zu sagen, was ich brauche?
👉 Was verändert sich, wenn ich es einfach direkt ausspreche?


Brigittes Randnotizen

Wie ist das bei dir im beruflichen Kontext: Wann, wie und wem sagst du, was sich dringend ändern sollte?

Spoiler: Wenn du es nur in einer anonymen Mitarbeiterumfrage ansprichst, was du brauchst, hast du eher schlechte Karten, dass dein Wunsch in Erfüllung geht.

Auf den ersten Blick wirken solche Befragungen sinnvoll, um Dinge zu verbessern:
Die Führungsetage holt Feedback ein und gibt allen eine Stimme.

Aus meiner Sicht sind sie jedoch die ultimative Kommunikationseinbahnstraße.

Es entsteht kein Dialog.
Rückfragen sind nicht möglich.
Gemeinsame Verantwortung für Verbesserungen? Fehlanzeige.

Vieles, was früher direkt angesprochen worden wäre, landet heute auf einer „Wunschliste“.
Und gerade aus der Anonymität heraus werden Wünsche gelegentlich schon mal unrealistisch.

Ob sinnvoll oder nicht – aus Ideen und Wünschen werden Erwartungen.
Und aus Erwartungen werden oft Enttäuschungen.

Denn nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden.
Und selbst gut gemeinte Maßnahmen treffen nicht immer den tatsächlichen Bedarf.

Egal in welcher Rolle du bist:
Such das direkte Gespräch, wenn du etwas verändern möchtest.

Denn nur dann hast du die Möglichkeit, dein Arbeitsumfeld wirklich mitzugestalten.

Kommunikative Grüße und bis übernächste Woche,
Brigitte


Diese Memo wurde mit ganz viel ❤️ und ein wenig Unterstützung von KI erstellt.

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